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Beglaubigung oder notarised translation, certified translation, sworn translation

Amtliche Übersetzung

Beglaubigte Übersetzung

Achtung: Beglaubigung von Übersetzungen heißt beglaubigte Übersetzung von Dokumenten und ist nicht identisch mit der Beglaubigung von Kopien! Für die Beglaubigung von Kopien öffentlicher Urkunden ist das Bürgerbüro/Rathaus bzw. für andere Urkunden ein Notar zuständig.

Für viele Urkunden, die bei einer Behörde vorgelegt werden müssen und amtlichen Charakter tragen, wird verlangt, dass  dazu Übersetzungen von einem allgemein beeidigten Übersetzer vorgenommen werden. Diese oft als „beglaubigte Übersetzungen” bekannten Dokumente werden in anderen Bundesländern, d.h. u.a. außerhalb Bayerns, auch als „bescheinigte” oder (in manchen Bundesländern) als „bestätigte Übersetzung” bezeichnet.

In diesen Dokumenten werden mittels eines Beglaubigungsvermerks  Richtigkeit und Vollständigkeit der gefertigten Übersetzung gem. § 142 Abs. 3 ZPO mit Angabe von Ort und Datum sowie je nach Bundesland auch dem Stempel des Übersetzers bescheinigt. Nicht in jedem Bundesland ist ein Stempel vorgeschrieben. Wenn ein Stempel durch die Landesgesetze vorgeschrieben ist, enthält dieser mindestens den Namen und die Sprache(n), ggf. zusätzlich die Anschrift des Übersetzers.

Als Dolmetscher und Übersetzer oder als Übersetzer wird in Bayern auf Antrag öffentlich bestellt (und kann somit beglaubigte Übersetzungen erstellen), wer

a) Deutscher ist oder einem Deutschen gleichsteht,

b) volljährig ist,

c) in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt,

d) die Prüfung nach den von dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus erlassenen Vorschriftenbestanden oder eine von dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus als gleichwertig anerkannte Prüfung abgelegt hat,

e) über den nicht eine gerichtliche Strafe oder sonstige Maßnahme verhängt worden ist, aus der sich seine Ungeeignetheit als öffentlich bestellter Dolmetscher/Übersetzer ergibt.

www.justiz.bayern.de/media/images/behoerden-und-gerichte/merkblatt_stand_dez._2013.pdf

 

Notarised translation ist eine Anforderung, die normalerweise in Ländern vorkommt, in denen es keine öffentlich bestellten und beeidigten Übersetzer gibt (dafür gelten hohe Anforderungen). Es ist also eine Art Ersatzverfahren für diese Länder, um die Glaubwürdigkeit der Übersetzungen zu hinterlegen.

 

Notarised translation vgl. „ad hoc“-Beeidigung

In Deutschland gibt es gerade für Sprachen, in denen es keine öffentlich bestellten und beeidigten Dolmetscher gibt, ebenfalls ein vereinfachtes Ersatzverfahren, bei dem die Qualifikation ebenfalls nicht geprüft wird und der Dolmetscher vielmehr unter Eid oder an Eides statt versichert, gewissenhaft zu verdolmetschen. Dabei kommt es darauf an, dass sich der Dolmetscher selbst realistisch einschätzt. Ein unqualifizierter Dolmetscher kann sehr wohl unter Eid versichern, dass er qualifiziert ist und sein Bestes tut, aber das Beste ist gegebenenfalls NICHT gut genug und gegebenenfalls auch nicht richtig. Somit ist „notarised translation“ meiner Einschätzung nach auch nur als ein Hilfsmittel zu sehen für den Fall, dass es keine bessere Möglichkeit gibt, „die Spreu vom Weizen“ zu trennen. Bei einer "beglaubigten Übersetzung" mit Apostille oder Legalisation für den Beglaubigungsvermerk des Übersetzers durch das Landgericht bestätigt das Landgericht nämlich auch, dass der Übersetzer öffentlich bestellt ist und somit dazu berechtigt ist, solche Beglaubigungsvermerke zu erstellen, während der Notar "nur" die Unterschrift beglaubigung und den Inhalt des Dokuments nicht prüft.

Notarised translation (notariell beglaubigte Übersetzung) und certified translation („zertifizierte“ Übersetzung) sind nicht das gleiche und gelten normalerweise alternativ. Ich als öffentlich bestellte und beeidigte Übersetzerin und Dolmetscherin schreibe normalerweise immer „certified translation“, genauer vielleicht "certified and sworn", weil ich ja auch öffentlich bestellt und beeidigt bin. ´In manchen Ländern kann wohl auch ein „non-certified translator“ eine „certified translation“ anfertigen, während eine „sworn translation“ wohl laut Definition einiger Ländern nur ein öffentlich bestellter und beeidigter Übersetzer durchführen kann. 

In Deutschland benötigt man für Amtszwecke DEFINITIV eine „beglaubigte Übersetzung“ (Bezeichnung in Bayern, in anderen Bundesländern unterschiedlich).

Bei Auslandsbeteiligung, insbesondere bei Bestimmung für Ämter im Ausland, ist normalerweise immer eine Legalisation oder Apostille erforderlich. (Dabei ist das Bestimmungsland zu nennen, damit das Landgericht entweder Legalisation oder Apostille ausstellen kann. Damit wird z.B. meine Unterschrift als Übersetzer beglaubigt, damit der ausländische Empfänger weiss, dass alles so seinen ordentlichen Gang geht. Man kann nicht davon ausgehen, dass eine ausländische Behörde Kenntnisse über die üblichen Verfahren in Deutschland hat, ebensowenig wie man in Deutschland Kenntnisse über die üblichen Verfahren im Ausland hat, deshalb hat sich dieses Verfahren eingebürgert.

 

Für das Ausland: Andere Länder, andere Sitten

Achtung: Die Empfängerbehörde gibt die genauen Anforderungen vor - eine pauschale Aussage ist hier nicht möglich!Bitte erkundigen Sie sich deshalb vorab genau bei der Empfängerbehörde, was Sie brauchen. Standardmäßig wird eine "beglaubigte Übersetzung" erstellt, weil diese für einige Zwecke bereits ausreicht und eine Apostille/Legalisation als Überbeglaubigung über den Beglaubigungsvermerk auch nachträglich noch von Ihnen selbst eingeholt werden kann (siehe Kontaktdaten des Präsidenten des Landgerichts Landshut unten).

è In 1) beglaubigte Übersetzung mit Apostille oder Legalisation (je nach Land) NACH Beglaubigung der Übersetzung durch den Übersetzer

Ich bin beim Landgericht Landshut öffentlich bestellt und beeidigt, deshalb kann das Landgericht als für mich zuständige Behörde mit der Apostille oder Legalisation bestätigen, dass ich öffentlich bestellt und beeidigt bin und meine Unterschrift mit der hinterlegten Unterschriftenprobe übereinstimmt. Die Legalisation/Apostille wird in der Amtssprache (Deutsch) erstellt. Die Apostille ist standardisiert und wird deshalb normalerweise ohne Übersetzung im Ausland akzeptiert.

2) notariell beglaubigte Übersetzung (notarised translation)

Achtung: hier wird nur die geleistete Unterschrift, nicht die Qualifikation geprüft!

Die Unterschriftenbeglaubigung, also die Beglaubigung der vom Übersetzer unter dem Beglaubigungsvermerk für die Übersetzung geleisteten Unterschrift, durch einen Notar (notarised translation) erfolgt normalerweise in der Amtssprache, in Deutschland wäre das dementsprechend Deutsch. In Ausnahmefällen ist auch eine Unterschriftenbeglaubigung in englischer Sprache möglich. Notar Steer in Landshut erstellt Unterschriftenbeglaubigungen auf Wunsch auch in englischer Sprache.

Apostille/Legalisation

Die Apostille ist eine vereinfachte Form der Echtheitsbescheinigung. Sie tritt nur bei den Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens zur Befreiung ausländischer Urkunden von der Legalisation vom 5. Oktober 1961 an die Stelle der Legalisation.

Apostille/Legalisation -> dient der Glaubwürdigkeit einer Urkunde im Ausland. Es wird salopp gesagt bestätigt, dass im Ausstellungsland „alles seinen ordentlichen Gang gegangen ist“. Die Bestätigung einer Unterschrift mit einer Apostille/Legalisation (einer Überbeglaubigung der Unterschrift) erfolgt jeweils durch die Behörde, die für den Unterzeichner, dessen Unterschrift zu bestätigen ist, zuständig ist.

Die Amtsgerichte bzw. Landgerichte beglaubigen durch Erteilung einer Apostille z. B. deutsche Urteile, Beschlüsse, Entscheidungen, gerichtliche Urkunden, notarielle Urkunden und Übersetzungen.

 

Für mich als öffentlich bestellte Dolmetscherin/ Übersetzerin für die englische Sprache ist der Präsident des Landgerichts Landshut zuständig, wenn es um Apostillen/Legalisationen für meine Beglaubigungsvermerke geht:

Präsident des Landgerichts Landshut          

Frau Angela Königbauer (Vorzimmer)         

Maximilianstr. 22       

84028 Landshut         

Tel. 0871-84-1418     

Fax: 0871-84-1141    

Zimmer 519, 5. Stock

Angela.Koenigbauer@lg-la.bayern.de

Mo-Fr 8:30-11:30 Uhr (bzw. Mo-D ab 13.30 Uhr nach Vereinbarung)

 

Die Echtheit von gerichtlichen und notariellen Urkunden, die im Ausland verwendet werden sollen, kann durch Erteilung einer Apostille oder Legalisation (je nach Land) bescheinigt werden.

 

Wer eine Apostille oder Legalisation benötigt, kann sich formlos mit einem kurzen Brief je nach Zuständigkeit an den Präsidenten des jeweiligen Amts- oder Landgerichts bzw. (falls zuständig) an das Bayerische Staatsministerium der Justiz wenden.

Dabei muss unbedingt das Land angegeben werden, für welches die Urkunde benötigt wird. Dabei sind generell die Original-Dokumente beizufügen. Die Urkunden können auch persönlich abgegeben werden.

Für die Fertigstellung der Urkunden muss eine Bearbeitungszeit von 2-3 Werktagen in Kauf genommen werden.

www.freistaat.bayern/dokumente/leistung/988088211493

Grenzüberschreitende Verwendung notarieller Urkunden

Grundsätzlich wirken öffentliche Urkunden immer nur in dem Land, in dem sie errichtet worden sind. 

I. Grenzüberschreitende Anerkennung als öffentliche Urkunde

1. Legalisation

Um die sich hieraus ergebenden Probleme zu lösen, hat der Gesetzgeber ein Verfahren zur Anerkennung der Echtheit ausländischer öffentlicher Urkunden vorgesehen, welches als Legalisation bezeichnet wird. Hierunter versteht man die Bestätigung der Echtheit der öffentlichen Urkunde durch das Konsulat des Landes, in dem die Urkunde verwandt werden soll. Durch die Legalisation beispielsweise der notariellen Urkunde eines kanadischen Notars durch das deutsche Konsulat in Kanada wird die Echtheit der Unterschrift des Notars und seine Eigenschaft bestätigt, also dass es sich bei dem Unterzeichner tatsächlich um einen Notar gehandelt hat. Über die inhaltliche Richtigkeit wird allerdings keine Bestätigung abgegeben. Dieses Verfahren hat sich in der Praxis allerdings als zeitraubend und kostenaufwendig erwiesen, so dass in Staatsverträgen effizientere Möglichkeiten der Anerkennung ausländischer Urkunden gesucht und vereinbart wurden.

2. Apostille

Zum einen hat das Haager Übereinkommen zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation als ein multilateraler Staatsvertrag besondere Bedeutung erlangt, der im Verhältnis zu mehr als fünfzig Staaten Anwendung findet. Nach diesem Abkommen wird der Echtheitsnachweis ausländischer Urkunden durch ein standardisiertes Verfahren in Form einer sog. Apostille erbracht, einem i. d. R. 9 cm x 9 cm großen Stempel, der von der zuständigen Stelle auszufüllen ist. Die Beitrittsstaaten, das Stempelmuster und auch die zuständigen Stellen können im Internet unmittelbar bei der Haager Konferenz aktuell nachgefragt bzw. angesehen werden (http://www.hcch.net/).

Jede Urkunde, die im Ausland Verwendung finden soll, sollte das notwendige Verfahren eines Echtheitsnachweises erbringen, um überhaupt als öffentliche Urkunde anerkannt zu werden und die Beweiskraft einer öffentlichen Urkunde zu erbringen.

3. Befreiung von Legalisation und Apostille

Zum anderen gibt es bilaterale Staatverträge Deutschlands insbesondere mit Nachbarländern, in denen von dem Erfordernis einer Legalisation abgesehen wird. Diese wurden mit Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien und Österreich geschlossen. Danach besitzen notarielle Urkunden aus dem jeweils anderen Land unmittelbar die Vermutung der Echtheit. Die Urkunden eines Notars oder sonstige öffentliche Urkunden (insbesondere amtlich beglaubigte Registerauszüge) können daher ohne Weiteres im jeweils anderen Land als öffentliche Urkunden verwendet werden. Über die materielle Wirkung der öffentlichen Urkunden im jeweils anderen Land ist damit aber noch nichts gesagt.

https://www.bnotk.de/Notar/Urkunde/Verwendung.php

Legalisation inländischer Urkunden zur Verwendung im Ausland

Die Legalisation deutscher Urkunden erfolgt durch die Auslandsvertretung des Staates, in dem die Urkunde verwendet werden soll. Erforderlich ist für deutsche notarielle Urkunden zunächst eine Vorbeglaubigung durch den jeweiligen Landgerichtspräsidenten.

Einige ausländische Staaten verlangen für die Legalisation deutscher Urkunden zusätzlich zur Vorbeglaubigung auch noch eine sogenannte Endbeglaubigung durch das Auswärtige Amt: Afghanistan, Bangladesch, China, Irak, Iran (außer für Hochschulzeugnisse), Jordanien, Kambodscha, Katar, Libanon (nur für Schul- und Ausbildungsnachweise), Mali, Mauretanien, Myanmar, Nepal, Ruanda, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Taiwan (Taipeh-Handelsbüro, nur für Urkunden aus dem Justizbereich), Togo.

 

Das Auswärtige Amt hat die Aufgabe der Endbeglaubigung deutscher Urkunden auf das Bundesverwaltungsamt übertragen.

Die Kontaktdaten lauten wie folgt:

Bundesverwaltungsamt / Beglaubigungen

Referat ZMV III 4

50728 Köln

Telefon: 0228 - 99 358 - 4100

Fax: 0228 - 99 358 - 2893

Verbindliche Auskünfte zu den Voraussetzungen einer Legalisation und den Gebühren erhalten Sie i.Ü. von der für die Legalisation zuständigen ausländischen Vertretung in Deutschland.

https://www.dnoti.de/fileadmin/user_upload/Arbeitshilfen/IPR-und-auslaendisches-Recht/arbeitshilfen-legalisation-und-apostille_2018_12_05.pdf

Allgemein beeidigte oder ermächtigte bzw. öffentlich bestellte Dolmetscher und Übersetzer sind Dolmetscher und Übersetzer, die bei einem Landgericht, Oberlandesgericht oder einer Innenbehörde einen allgemeinen Eid abgelegt haben. Dieser Eid ist gemäß § 189 Abs. 2 GVG vor allen Gerichten des Bundes und der Länder gültig. Die genaue Bezeichnung kann von Bundesland zu Bundesland variieren – allen gemeinsam ist jedoch, dass beeidigte Dolmetscher und Übersetzer in der Regel ihre besondere fachliche Befähigung und persönliche Eignung für die Sprachmittlung bei Gerichten, Behörden und Notaren nachgewiesen haben und in den meisten Fällen eine quasi hoheitlich Aufgabe übernehmen. Sie sind daher immer kraft Gesetzes (§ 189 Abs. 4 GVG) zur Verschwiegenheit verpflichtet und müssen gesprochene oder geschriebene Texte treu und gewissenhaft in die jeweils andere Sprache übertragen.

 

Tel: 0871-6877514
Fax: 0871-6877493
info(at)melanie-nikolaus.de
anfahrt